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Maria und Markus Neutz

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Lernmethode

Für die exakte Ausführung der einzelnen Übungen bei hoher Zuverlässigkeit setze ich auf ein überaus erfolgreiches Prinzip des Leistungssports: Ich bringe dem Hund schon sehr jung alle benötigten Bewegungsabläufe bei und zwar bereits von Anfang an exakt so, wie ich es später erwarte. Lediglich in Dynamik und Geschwindigkeit bin ich bereit zunächst Zugeständnisse zu machen. Ansonsten lernt schon der Junghund mit der nötigen Hilfestellung (z.B. durch die Futterhand), welche aber so schnell wie möglich abgebaut wird, die Übung maximal korrekt auszuführen. Ich möchte damit das muskuläre Gedächtnis nutzen. Ein Bewegungsablauf der nur auf eine Weise sehr früh gelernt und sehr oft trainiert wird, bleibt tiefer im muskulären Gedächtnis, er wird automatisiert. Der Hund kann eine Bewegung, zum Beispiel Absitzen, dann in der Situation Unterordnung eigentlich nur auf eine bestimmte Art machen. Er braucht sich nicht darauf konzentrieren, er macht es. Darum wird er auch bei Müdigkeit oder einer schlechten Tagesform nicht etwa fehlerhaftes Verhalten zeigen.

Es wird nicht reibungslos funktionieren, dass es genügt jede einzelne Übung dem Hund nur korrekt zu zeigen und diese stets exakt zu üben, damit der Hund niemals einen Fehler macht.  Es ist klar, dass sich Unsauberkeiten einschleichen können oder irgendwelche Faktoren den Hund veranlassen können sein Verhalten zu ändern. Aber das betrifft meiner Erfahrung nach tatsächlich nur einen ganz kleinen Teil der vielen verschiedenen Übungsabschnitte und so kommt etwaige Unruhe durch einen Fehler für die gesamte Stimmung der Unterordnung auch kaum negativ zum Tragen.

Vor allem ist der eingeschlichene Fehler auch meist sehr schnell und einfach zu beheben. Denn der Hund hat es mal richtig gelernt. Es genügt den Grund für die Änderung der Ausführung zu beseitigen (z.B. zu hohe Erwartungshaltung durch zu viel Trieb auf das Spielzeug unter der Achsel des Hundeführers und dadurch plötzliches Verspannen in der Sitzübung) und gleichzeitig für einen kurzen Zeitraum in einen Übungsschritt zurück zu gehen, in dem der Hund genug Hilfestellung bekommt um es wieder korrekt zu machen. Er gewinnt sodann wieder Handlungssicherheit und wird sehr bald auch ohne Hilfe die Übung ausführen, wie er sie ursprünglich gelernt hat.

In meinem Aufbau beginne ich sehr früh damit, die Kommandos nach der Prüfungsordnung in die jeweilige Übung einzubauen. Kann mein Welpe mit der Futterhand Sitz und Platz als flüssige Bewegung ausführen, hat er also die entsprechende Motorik  erlernt, füge ich an diesem Punkt bereits das Kommando jeweils vor Beginn der Übungsausführung ein. Das ist zum Beispiel für die Sitz und Platzübung oder die Position Vorsitz bereits in der 9. bis 11. Lebenswoche!

Die Reihenfolge ist: 1. Kommando, 2. Hilfe zur Übungsausführung, 3. Positive Emotionen vom Hundeführer und Belohnung durch Futter sobald die Übung ausgeführt wird.

Ein Beispiel

Am Beispiel der Sitzübung erläutert bedeutet das: Der Welpe ist aufmerksam zu mir und in Erwartungshaltung. Er erhält das Kommando „Sitz“ und innerhalb einer Sekunde setzte ich die Futterhand ein, die den Welpen veranlasst sich zu setzen. Sobald der Hintern des Welpen den Boden berührt, öffnet sich die Futterhand bei gleichzeitigem Loben und Streicheln durch mich. Der Welpe begreift sehr schnell, dass er nur seinen Hintern auf den Boden setzen muss um das Futter und Lob, wie durch einen Schalter auszulösen. Als würde er beim Absitzen einen unsichtbaren Knopf am Boden betätigen. Er begreift gleichzeitig, dass das Kommando „Sitz“ diese Handlungskette einleitet.

Mit zunehmendem Bewusstsein wird der Welpe damit beginnen, minimal meiner Handhilfe vorzugreifen, welche ich gefühlvoll gleichzeitig immer weniger aktiv helfend einsetze. Durch diesen Aufbau mit vorgeschaltetem Kommando gibt man dem Hund sehr jung die Möglichkeit die Übung tatsächlich zu begreifen und immer selbstständiger auszuführen. Er lässt den Hundeführer durch seine Initiative spüren, wie weit er im Lernprozess fortgeschritten ist.

Dies setzt sich dahingehend fort, dass ich eines Tage vor dem Junghund im Alter von 3 ½ bis 4 ½ Monaten stehen und das Kommando „Sitz“ sagen kann und dabei keine Handhilfe mehr gebe. Nun wird dieser vielleicht kurz zögern, doch nach einer kleinen Denkpause wird er seinen Hintern auf den Boden setzen. In diesem Moment werde ich dem Hund das Futter reichen und ihn für seine Ausführung mit Lob und Zuneigung geradezu überschütten um ihm zu zeigen, wie gut er das gerade gemacht hat. In den nächsten Tagen wird er die Übung vollständig begreifen und er wird diese positive Emotion des ersten Gelingens verbunden mit meiner Begeisterung in seinem Gedächtnis abspeichern.

Natürlich wird er die Sitzübung vielleicht auch an einigen Tagen nicht mehr zeigen, was in verschiedenen Entwicklungsphasen völlig normal ist. Dann bin ich aber auch bereit, einen Schritt zurück zu gehen und es ihm noch einmal kurz mit einer minimalen Hilfe zu zeigen, um dann aber wieder seinen aktuellen Ausbildungsstand zu verlangen. Oder aber, wenn ich merken sollte, dass der Junghund wegen seiner Entwicklung gerade einfach nicht kann auch wenn er wöllte, werde ich das Abverlangen der Übung für einige Tage oder Wochen verschieben.

Dies war ein kleines Beispiel anhand einer sehr einfachen Übung, die aber für das Aufbauprinzip der gesamten Unterordnung gilt. Selbstverständlich kann der Hund der sich auf „Sitz“ aus dem Stand hinsetzt noch lange kein Sitz aus der Bewegung, aber der Aufbau erfolgt auch dort nach demselben Prinzip. Das Sitz aus der Bewegung ist nur meist an den Faktor des bei Fuß Gehens ohne Futterhand gekoppelt, sodass hier der komplette Abbau der Hilfe für das Sitz oft erst dann erfolgt, wenn der Hund auch das bei Fuß gehen ohne Hilfen sicher ausführen kann.